Stornierungsbedingungen formulieren: Vorlagen und Tipps für dein Studio

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Stornierungsbedingungen formulieren

Zwanzig Minuten vor Kursbeginn kommt die Nachricht: „Ich schaffe es heute leider nicht." Und du stehst da und weißt nicht so recht, was du antworten sollst. Ist das in Ordnung? Verfällt die Stunde? Ihr habt darüber nie gesprochen.

Genau solche Momente vermeiden klare Stornierungsbedingungen. Sie schützen nicht nur dich. Sie nehmen auch deinen Kunden die Unsicherheit. In diesem Artikel klären wir erst, welche Regeln zu dir passen. Danach findest du fertige Formulierungen zum Übernehmen. Eines vorweg: Das sind Vorlagen als Ausgangspunkt, keine Rechtsberatung. Mehr dazu am Ende.

Warum klare Regeln beiden Seiten helfen

Stornierungsbedingungen wirken auf den ersten Blick wie eine Strafe. Das sind sie aber nicht. Sie sind vor allem Planbarkeit.

Du weißt, womit du rechnen kannst. Und dein Kunde weiß, worauf er sich einlässt. Der allergrößte Teil aller Konflikte entsteht nicht daran, dass eine Regel streng ist. Er entsteht daran, dass niemand sie vorher kannte. Wer beim Buchen liest, dass eine Absage bis 24 Stunden vorher kostenfrei ist, ärgert sich später nicht darüber.

Dazu kommt ein ganz praktischer Effekt. Eine Frist gibt dir Zeit. Sagt jemand rechtzeitig ab, kannst du den Platz noch vergeben. Kommt die Absage zwanzig Minuten vorher, bleibt er leer.

Klare Fristen sind deshalb auch eine der wirksamsten Strategien gegen No-Shows. Zusammen mit einer gut genutzten Warteliste bleibt kaum ein Platz leer.

Die vier Entscheidungen vor der Formulierung

Bevor du einen Text schreibst, triffst du vier Entscheidungen. Sonst entsteht eine Regel, die sich selbst widerspricht.

  1. Die Frist. Bis wann ist eine Absage kostenfrei? Für regelmäßige Kurse sind 12 bis 24 Stunden üblich. Für Workshops und Kursreihen sollte die Frist deutlich länger sein, oft mehrere Tage.
  2. Die Folge bei später Absage. Was passiert danach? Verfällt die Teilnahme, gibt es keine Erstattung, oder bleibt es folgenlos?
  3. Die Ausnahmen. Wie gehst du mit Krankheit oder echten Notfällen um? Machst du Ausnahmen, und wer entscheidet darüber?
  4. Die Sonderfälle. Brauchen Workshops, Kursreihen oder Personal Training eigene Regeln? Meistens ja, weil dort mehr auf dem Spiel steht.

Erst wenn diese vier Punkte klar sind, geht es an die Formulierung.

Drei Stufen von Strenge: Welche passt zu dir?

Es gibt nicht die eine richtige Regel. Es gibt drei sinnvolle Stufen, und jede passt zu einer anderen Situation.

Kulant. Absagen sind fast immer kostenfrei möglich. Das passt gut zu neuen Studios, die erst einmal eine Basis aufbauen wollen. Der Preis dafür: Die No-Show-Quote ist am höchsten.

Ausgewogen. Eine Frist von 12 bis 24 Stunden, danach verfällt die Teilnahme. Das ist der Standard für die meisten Studios und ein guter Ausgangspunkt, wenn du unsicher bist.

Streng. Kurze Frist oder gar keine Erstattung. Das passt zu teuren Formaten, sehr kleinen Gruppen und Workshops mit Gastdozenten, bei denen jeder Platz zählt und du im Voraus planen musst.

Vorlagen: Formulierungen zum Übernehmen

Hier sind fertige Texte für die häufigsten Fälle. Setz überall deine eigenen Zeiten und Bezeichnungen ein.

Regelmäßige Kurse, kulant

Du kannst deine Buchung bis 2 Stunden vor Kursbeginn kostenfrei stornieren. Sag uns einfach Bescheid, damit wir den Platz weitergeben können. Bei späteren Absagen finden wir gemeinsam eine Lösung.

Regelmäßige Kurse, ausgewogen

Eine kostenfreie Stornierung ist bis 24 Stunden vor Kursbeginn möglich. Bei späteren Absagen verfällt die gebuchte Teilnahme. Bitte sag uns rechtzeitig Bescheid, damit dein Platz an jemanden von der Warteliste gehen kann.

Regelmäßige Kurse, streng

Eine kostenfreie Stornierung ist bis 12 Stunden vor Kursbeginn möglich. Danach ist keine Erstattung mehr möglich, auch bei Nichterscheinen. Unsere Gruppen sind klein, deshalb zählt jeder Platz.

Kursreihen mit festem Start

Diese Kursreihe umfasst 8 Termine und wird als Ganzes gebucht. Eine kostenfreie Stornierung ist bis 7 Tage vor dem ersten Termin möglich. Danach ist eine Erstattung nicht mehr möglich. Einzelne verpasste Termine können leider nicht nachgeholt oder erstattet werden.

Workshops und einmalige Events

Eine kostenfreie Stornierung ist bis 14 Tage vor dem Workshop möglich. Bis 7 Tage vorher erstatten wir 50 Prozent des Preises. Danach ist keine Erstattung mehr möglich. Du kannst deinen Platz aber gerne an jemand anderen weitergeben. Sag uns dafür kurz Bescheid.

Personal Training

Bitte sag Einzeltermine spätestens 24 Stunden vorher ab. Bei späteren Absagen wird der Termin als wahrgenommen berechnet, da die Zeit für dich reserviert war.

Ergänzung für Krankheitsfälle

Du bist kurzfristig krank geworden? Melde dich einfach bei uns. In solchen Fällen finden wir eine Lösung.

Ein Hinweis zur letzten Vorlage. Diese Formulierung lässt dir bewusst Spielraum. Sie verspricht keine automatische Erstattung, signalisiert aber Kulanz. Wenn du feste Regeln für Krankheitsfälle willst, schreib stattdessen konkret hin, was gilt, zum Beispiel eine Gutschrift gegen Attest.

Wo deine Stornierungsbedingungen sichtbar sein müssen

Die beste Regel nützt nichts, wenn niemand sie kennt. Deine Bedingungen gehören an diese Stellen:

  1. Beim Buchen, direkt vor der Bestätigung. Das ist der wichtigste Ort, denn hier trifft dein Kunde die Entscheidung.
  2. In der Buchungsbestätigung per E-Mail. So kann jeder später nachlesen, was gilt.
  3. Auf der Seite des Kurses oder Workshops, besonders bei Sonderregeln.
  4. Im Studio selbst, gut sichtbar am Empfang.

Die Faustregel: Je näher an dem Moment, in dem Geld fließt, desto besser.

Was du beim Formulieren beachten solltest

Ein paar Prinzipien machen den Unterschied zwischen einer Regel, die funktioniert, und einer, die für Ärger sorgt:

  1. Schreib in einfacher Sprache. Deine Kunden sind keine Juristen. Ein verständlicher Satz wirkt besser als ein juristisch klingender.
  2. Nenn konkrete Zeiten. „Rechtzeitig absagen" ist keine Frist. „Bis 24 Stunden vor Kursbeginn" ist eine.
  3. Wende die Regel gleich an. Ausnahmen sind in Ordnung, aber sie sollten eine bewusste Entscheidung sein und nicht von der Tagesform abhängen.
  4. Ändere nichts rückwirkend. Wer unter alten Bedingungen gebucht oder eine Karte gekauft hat, behält diese Bedingungen.
  5. Denk an den Onlinekauf. Wenn deine Kunden online buchen und bezahlen, greifen zusätzlich verbraucherrechtliche Regeln. Das ist der Punkt, an dem sich fachlicher Rat wirklich lohnt.

Wichtig: Das ist keine Rechtsberatung

Die Vorlagen in diesem Artikel sind Ausgangspunkte für deine eigenen Texte. Sie sind keine geprüften AGB und keine Rechtsberatung.

Was rechtlich für dich gilt, hängt von einigen Dingen ab. Davon, ob du online oder vor Ort verkaufst. Davon, was genau du verkaufst. Und davon, wie deine übrigen Bedingungen aussehen. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, lass deine AGB einmal von einem Anwalt prüfen. Das kostet einmalig etwas und gibt dir danach Ruhe.

Stornierungsregeln in Slotlify hinterlegen

Damit deine Regeln im Alltag greifen, sollten sie im Buchungssystem hinterlegt sein und nicht nur auf einem Zettel stehen.

In Slotlify legst du die Stornierungsregeln pro Service fest. Das passt genau zu dem, was wir oben besprochen haben: Dein regelmäßiger Kurs braucht eine andere Frist als ein Workshop oder ein Einzeltermin. Für jeden Service aktivierst du konfigurierbare Stornierungen und legst fest, bis wann vor Beginn kostenfrei storniert werden kann, in Stunden oder Tagen. Was bei einer späteren Stornierung passiert, bestimmst du ebenfalls selbst. Ist die Option nicht aktiviert, bleibt der Service jederzeit kostenlos stornierbar.

Deine Kunden sehen die Bedingungen beim Buchen und noch einmal in der Bestätigung. Stornieren können sie selbst, ohne dir schreiben zu müssen. Nach Ablauf der Frist ist eine Absage weiterhin möglich, dann greift allerdings die Regel, die du hinterlegt hast. Sagt jemand rechtzeitig ab, kann der Platz über die Warteliste direkt weitergegeben werden.

Bei den Einstellungen findest du außerdem ein Feld zur steuerlichen Behandlung einer Gebühr. Wie du das für dein Studio setzt, besprichst du am besten kurz mit deinem Steuerberater.

Du willst sehen, wie das in deinem Studio funktioniert? Jetzt ausprobieren.